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Hauswirtschaft mit Herz: Abschied nach 17 Jahren beim DSK

Hauswirtschaft – Abschied Helga Georgens | DSK Seniorenzentrum Ludwigshafen

Nach fast zwei Jahrzehnten im Dienst der Hauswirtschaft verabschiedet sich unsere Kollegin Helga Georgens in den Ruhestand. Wir haben mit ihr über die Leidenschaft für den Beruf und über besondere Begegnungen gesprochen. Und sie sagt, warum Hauswirtschaft oft unterschätzt wird, dabei jedoch so viel bewirken kann.

Erfülltes Berufsleben beim DSK

Nach 17 Jahren beim DSK gehst Du in den Ruhestand. Welches Gefühl überwiegt bei dir?

Es ist gemischt. Einerseits freue ich mich natürlich, in Rente zu gehen. Andererseits finde ich es schade, dass ich aufhören muss zu arbeiten, weil ich meinen Beruf wirklich sehr gerne gemacht habe.

Wie bist Du zum DSK gekommen?

Ich habe meine Ausbildung bei der Lebenshilfe Bad Dürkheim begonnen und dann im Martin-Butzer-Haus der Evangelischen Landeskirche beendet. Dort war ich insgesamt 25 Jahre tätig.

Aufgrund einer Allergie musste ich mich umorientieren und habe verschiedene Jobs ausprobiert, unter anderem als Bürokauffrau – das war aber nichts für mich.

Zwischendurch habe ich an einer Jugendbildungsmaßnahme teilgenommen. Dabei habe ich gemerkt, dass ich meinen ursprünglichen Beruf ausüben kann. So bin ich schließlich beim DSK gelandet.

Ich habe als stellvertretende Hauswirtschaftsleiterin angefangen, zunächst als Vertretung während eines Mutterschutzes. In dieser Position bin ich geblieben – als Meisterin und stellvertretende Leitung über die gesamten Jahre.

Hauswirtschaft – Abschied Helga Georgens | DSK Seniorenzentrum Ludwigshafen
Tolle gemeinsame Zeit: Das DSK-Team verabschiedet sich von unserer Kollegin Helga Georgens.

Kürbisse und Themenabende

Was wird Dir in Erinnerung bleiben?

Vor allem die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen und den Bewohnern. Ich bin mit allen immer gut zurechtgekommen. Natürlich gab es auch schwierige Zeiten, aber insgesamt war es eine sehr schöne Zeit.

Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass wir einmal mit Auszubildenden Kürbisköpfe geschnitzt haben. Am Ende haben wir Fotos gemacht und die geschnitzten Kürbisse sahen tatsächlich den Auszubildenden ähnlich. Das war sehr lustig.

Oder auch unsere Themenabende: spanische Abende, bayerische Abende und so weiter. Wir haben gemeinsam gekocht, dekoriert und den Raum gestaltet. Das war immer ein Highlight. 

„Ich bin Hauswirtschaftsmeisterin aus Leidenschaft. Für mich war das immer mein Traumberuf.“

Helga Georgens

47 Auszubildende in der Hauswirtschaft begleitet

Was hat dir daran besonders Freude gemacht?

Ich bin Hauswirtschaftsmeisterin aus Leidenschaft. Für mich war das immer mein Traumberuf. Ob Küche, Reinigung, Wäscherei oder Nähen – mir hat alles Spaß gemacht.

Besonders wichtig war mir immer die Ausbildung. Ich wollte, dass die Auszubildenden bei uns alles von Grund auf lernen. Eine ehemalige Auszubildende hat mich früher wegen des Nähens verflucht. Heute näht sie komplette Kleidung selbst und sagt, sie habe das bei mir gelernt. Das ist für mich das schönste Kompliment.

Ich habe insgesamt 47 Auszubildende begleitet und alle haben bestanden. Viele arbeiten noch heute in dem Beruf. Das zeigt mir, dass ich meine Begeisterung weitergeben konnte.

Was bist Du für eine Ausbilderin gewesen?

Ich war nicht die klassische Lehrerin. Mir ist das Miteinander wichtig. Man muss die Inhalte so vermitteln, dass sie Spaß machen. Ich habe immer versucht, die Auszubildenden selbst ausprobieren zu lassen. Nicht nur sagen „So musst du das machen“, sondern gemeinsam erarbeiten, was funktioniert.

Was macht die Arbeit in der Hauswirtschaft für Dich besonders?

Man kann sehr viel bewirken und dafür sorgen, dass sich unsere Bewohner wohlfühlen – durch Essen, durch Gestaltung, durch Gespräche. Gerade über das Essen kommt man schnell in Kontakt. Aber auch Dekoration oder gemeinsame Aktivitäten sind wichtig.

Der Beruf ist unglaublich vielseitig: Man lernt kochen, nähen, reinigen, den Umgang mit Lebensmitteln und Nährstoffen. Auch die Speiseplanung gehört dazu. Und viele Fähigkeiten helfen auch im privaten Leben. Struktur, Organisation, Haushaltsführung: das alles nehmen die Auszubildenden mit.

Hauswirtschaft – Abschied Helga Georgens | DSK Seniorenzentrum Ludwigshafen
Großes Dankeschön: Einrichtungsleiterin Gabriele Klama würdigt Helga Georgens bei der Feier an ihrem letzten Arbeitstag.

Teamgeist, Wandel und ein moderner Arbeitgeber

Wie hat sich die Hauswirtschaft im Laufe der Jahre verändert?

Sehr stark. Vor allem die Dokumentation und die Hygienevorschriften sind viel umfangreicher geworden.

Wie würdest du den DSK als Arbeitgeber beschreiben?

Vor allem als fortschrittlich. Es wird viel für das Miteinander getan und es gibt viele kleine Wertschätzungen – wie Eis für Mitarbeitende oder Feste außerhalb des Arbeitsalltags. Das stärkt das Teamgefühl.

Was wirst du am meisten vermissen?

Die Arbeit selbst, meine Kolleginnen und Kollegen – eigentlich das ganze Haus. Und auch die Bewohner. Oft ging es nur um kleine Gespräche, aber genau das macht viel aus.

Welche Pläne hast Du für den Ruhestand?

Ich möchte mit anderen Frauen ein Seniorencafé in meinem Heimatort Bad Dürkheim aufbauen. Dort sollen sich Menschen treffen, austauschen, vielleicht gemeinsam stricken oder einfach Zeit miteinander verbringen.

Außerdem werde ich weiterhin stricken – das mache ich sehr gerne – und mich um meine Familie kümmern. Ich habe mehrere Patenkinder und bin auch so gut beschäftigt.

Langweilig wird mir also sicher nicht.

„Helga Georgens war immer zuverlässig und sehr freundlich. Ich konnte mich immer auf sie verlassen. Egal, um welche Themen es ging oder welche Probleme es gab. Sie hatte immer eine Antwort und hat geholfen, statt zu sagen: Ich bin nicht zuständig.“

Gabriele Klama, Einrichtungsleiterin
Hauswirtschaft – Abschied Helga Georgens | DSK Seniorenzentrum Ludwigshafen
Hauswirtschaft – Abschied Helga Georgens | DSK Seniorenzentrum Ludwigshafen